Infos und Neues
Tierärztliche Praxis

Das Shamonda-Virus
Was Pferdebesitzer jetzt wissen sollten
Seit Juni erkrankten in Süddeutschland und den Nachbarländern vermehrt Rinder an einem neuen Virus, das Ende Juli als Shamonda-Virus identifiziert wurde. Ende August wurde erstmals eine Infektion bei einem Pferd in Deutschland bestätigt. Inzwischen gibt es Nachweise in mindestens elf Bundesländern, darunter auch Nordrhein-Westfalen. Übertragen wird das Virus durch Gnitzen, also winzige blutsaugende Mücken. Eine Ansteckung von Pferd zu Pferd gilt als unwahrscheinlich und für Menschen besteht nach heutigem Wissen keine Gefahr.
Beim Pferd kann das Virus eine Gehirnentzündung auslösen. Die Anzeichen können sich innerhalb weniger Stunden verändern. In den bisherigen Fällen zeigte sich häufig folgender Verlauf:
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zu Beginn teilweise Fieber, Mattigkeit oder nachlassender Appetit
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Muskelzucken an Maul und Nüstern, Zähneklappern oder ständiges Kauen
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Schläfrigkeit im Wechsel mit Schreckhaftigkeit und Berührungsempfindlichkeit
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unsicherer, schwankender Gang und Probleme beim Fressen und Trinken
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im weiteren Verlauf Sehstörungen, schiefe Kopfhaltung, Stürze oder Festliegen
Anfangs wird oft an eine Kolik, Hufrehe oder einen Kreuzverschlag gedacht.
Das Virus ist nur kurz im Blut nachweisbar. Bei neurologischen Symptomen gelingt der Nachweis oft nur noch im Liquor (Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit), weshalb es häufig bei einer Verdachtsdiagnose bleibt. Wichtig ist, andere Ursachen wie das West-Nil-Virus, FSME oder Herpes abzuklären.
Ein Medikament gegen das Virus selbst gibt es nicht. Die Pferde werden symptomatisch therapiert und bei der Futter- und Wasseraufnahme unterstützt. Erkrankte Pferde brauchen vor allem eine möglichst ruhige, reizarme Umgebung. Da sie unerwartet stürzen oder heftig reagieren können, sollten sie am besten aufgestallt werden.
Viele Pferde erholen sich innerhalb von Tagen bis Wochen, schwere Verläufe bis hin zum Tod kommen aber vor. Ob das Virus bei tragenden Stuten dem Fohlen schaden kann, ist noch unklar.
Eine Impfung gegen das Shamonda-Virus gibt es noch nicht. Umso wichtiger ist ein guter Schutz vor Gnitzen. Das West-Nil-Virus kann sehr ähnliche neurologische Symptome verursachen. Gegen diese Erkrankung steht uns eine Impfung zur Verfügung.
Fällt Ihnen an Ihrem Pferd ein ungewöhnliches Verhalten oder ein unsicherer Gang auf, rufen Sie uns bitte frühzeitig an. Kurze Handyvideos helfen uns dabei sehr.
EHV - Equines Herpes Virus
Aktuelle Ausbrüche und neue Studien
Aktuell (April 2025) wird über neue Infektionsfälle von EHV-1 mit schweren neurologischen Symptomen und Todesfällen in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein berichtet. Auch in unserer Umgebung (z.B. Hilden, Mettmann und Krefeld) treten jetzt Fälle des Virus auf.
Nach gründlicher Re-Evaluierung zahlreicher Studien hält die StIKo Vet (Ständige Impfkommission Veterinärmedizin) weiterhin an der Empfehlung zur flächendeckenden EHV-Impfung als Core-Vakzine fest, denn diese stellt eine zentrale Komponente in der Prophylaxe der Erkrankung dar.
Die Studien ergeben einen deutlichen Unterschied zwischen ungeimpften und geimpften Tieren und zeigen keinen gesicherten Zusammenhang zwischen einer EHV-Impfung und dem Auftreten neurologischer Symptome (EHM) nach EHV-Infektion.
Die Impfung ist in der Lage, die Schwere und vor allem die Dauer der Erkrankung und die Höhe der Virusausscheidung zu reduzieren.
Durch die konsequente Impfung ganzer Bestände (mit einer Impfabdeckung von mindestens 50%) kann die Viruslast reduziert und so Infektionsketten unterbrochen werden.

Gerade Pferde, die im Rahmen von Pferdesportveranstaltungen, in stark frequentierten Reitbetrieben oder im Rahmen der Zucht einem hohen Infektions- und Erkrankungsrisiko ausgesetzt sind, sollten über einen ausreichenden Impfschutz gegen EHV verfügen.
Neben der Impfung dürfen andere Maßnahmen der Seuchenprävention nicht außer Acht gelassen werden:
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allgemeine Hygienemaßnahmen,
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die Vermeidung gemeinsamer Aufstallung in nicht ausreichend belüfteten Innenräumen,
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bei Veranstaltungen die Separierung von Tieren aus verschiedenen Beständen,
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die Absonderung bereits erkrankter oder besonders infektionsgefährdeter Pferde
Genauere Richtlinien zu Hygienemaßnahmen und Prävention gibt es gut zusammengefasst in dieser Datei von Zoetis.
Für eine Beratung zur Impfung und Impfterminen, melden Sie sich gerne bei uns in der Praxis.
Gemeldete EHV-Fälle seit 2022
Quelle: Zoetis
Internationaler Turniersport
Digitale Erfassung der Influenza Impfungen
Seit dem 03. Februar 2025 müssen die Influenza Impfungen für international startende Pferde zusätzlich zur Dokumentation im FEI-/Equidenpass, ebenfalls digital in der FEI Horse App erfasst werden.
Durch diese Neuerung soll sich der Gesundheitsstandart der Pferde verbessern, das Reisen mit dem Pferd leichter werden, der „Examination on Arrival“ Prozess schneller funktionieren und weniger Impflücken durch Email-generierte Impferinnerungen entstehen.
Die Eintragung in der FEI Horse App muss durch den Tierarzt vorgenommen werden und am Tag der Impfung erfolgen. Zudem muss das Pferd durch das Auslesen des Microchips oder das Hochladen eines Fotos identifiziert werden und die Eintragung in den Equidenpass ebenfalls per Foto dokumentiert werden.
Unserem Kundenstamm bieten wir als Praxis schon lange den Service der Impferinnerung. Wenn Sie Ihr Pferd noch nicht regelmäßig durch uns impfen oder die Zähne kontrollieren lassen, sprechen Sie uns gerne an.
Ambulante Termine und stationäre Aufnahmen auf dem Tenterhof

Wir möchten die ambulante Versorgung mit allen diagnostischen Mitteln der Patienten bei uns auf dem Hof weiter ausbauen und bieten Ihnen daher gerne auch Termine bei uns vor Ort an.
Dabei entfallen für Sie selbstverständlich die Positionen Anfahrtskosten und Hausbesuch, die ansonsten immer abgerechnet werden müssen.
Außerdem bieten wir die Möglichkeit der stationären Aufnahme für Patienten, die eine engmaschige Kontrolle oder aufwendige Behandlung benötigen. Dazu gehören z.B. Infusionstherapien, Augenpatienten, Gastroskopien und regelmäßige Verbandswechsel, um nur einige Beispiele zu nennen.
West-Nil-Virus
Das West-Nil-Virus stammt ursprünglich aus Afrika und infiziert in erster Linie Vögel. Durch Insektenstiche kann es jedoch auch auf das Pferd und den Menschen übertragen werden. Eine direkte Übertragung von Pferd zu Pferd ist nicht möglich.
Seit 2018 verbreitet sich das Virus vorwiegend in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg. Doch in den vergangenen Jahren ist das Virus weiter auf dem Vormarsch. Seit August 2024 tritt es auch vermehrt in Niedersachsen auf.
Der Großteil der mit dem West-Nil-Virus infizierten Pferde zeigt keine Symptome. Seltener führt eine Infektion zu einer fiebrigen Allgemeinerkrankung. Einige Pferde erkranken jedoch schwer. Im Vordergrund stehen hier starke neurologische Symptome wie Stolpern, Gleichgewichtsstörungen, Muskelzittern, Schluckverlust bis hin zum Festliegen.
Eine spezifische Therapie steht zurzeit nicht zur Verfügung. Eine Therapie erfolgt ausschließlich über die Milderung der Symptome. Somit steht vor allem die Prävention in Form einer Schutzimpfung im Vordergrund.

Bürozeiten

Das Büro ist nun täglich von 08:00 – 16:00 Uhr besetzt (freitags von 08:00 – 12:00). Außerhalb dieser Zeiten schreiben Sie uns gerne eine Email an buero@mobile-pferdepraxis.de und wir melden uns schnellstmöglich bei Ihnen zurück.
In dringenden Notfällen sind wir nach wie vor rund um die Uhr unter 0173-2571100 für Sie erreichbar.

Kotprobenuntersuchung

Wir untersuchen den Kot Ihres Pferdes auf Endoparasiten und teilen Ihnen schnell ein Ergebnis mit.
Die Kotprobenuntersuchung macht z.B. Sinn bei Verdacht eines Wurmbefalls, zur Wirksamkeitskontrolle nach Entwurmung oder bei der selektiven Entwurmung.
Wenn Sie diese Leistung in Anspruch nehmen möchten, kontaktieren Sie uns gerne. Alles, was wir für die Untersuchung benötigen, sind Äppel Ihres Pferdes von drei aufeinanderfolgenden Tagen.
Wir haben renoviert und umgebaut
Für die tierärztliche Praxis war das Jahr 2024 sehr turbulent, wir haben umgebaut.
Was sich zunächst einfach anhört, gestaltete sich im Praxisalltag doch häufig herausfordernd.
Es wurde geplant, geräumt, gebaut, ausgemistet, umgedacht, wiederhergestellt, eingerichtet und verbessert. Und trotzdem musste der alltägliche Betrieb im Baustellenalltag funktionieren. Das Equipment des praxiseigenen Labors hat sich dabei erheblich verbessert, genauso wie die Ausstattung der neuen Apotheke.
Aber nun, zum Jahresende, freuen wir uns über neue, freundliche Räumlichkeiten, in denen unser wachsendes Team in guter Atmosphäre arbeiten kann.
Herpes-Impfpflicht aufgehoben
Raus aus der Pflicht, rein in die Verantwortung
Die Impfpflicht wurde im Jahr 2021eingeführt. Auslöser hierfür war unter anderem ein EHV-1 Ausbruch während eines internationalen Turniers in Spanien, bei dem 19 Pferde gestorben sind.
Am 15.04.2024 wurde diese Herpes-Impfpflicht für Turnierpferde von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) wieder aufgehoben.
Die FN empfiehlt die Impfung weiterhin und auch wir als tierärztliche Praxis sprechen uns für eine bestandsweite Impfung aus.
Wer sich über die Erkrankung und die Impfung informieren möchte, kann dies auf der Website von Zoetis (www2.zoetis.de) tun. Dort gibt es die Möglichkeit, verschiedene Statements zu dem Thema zu hören.
Prävention ist aktiver Tierschutz: Die Gesundheit Ihres Pferdes liegt in Ihrer Verantwortung. Bleiben Sie aktiv, informieren Sie sich, lassen Sie Ihr Pferd weiterhin impfen und zögern Sie nicht, uns bei Fragen zu kontaktieren.
Im November 2024 kam es erneut zu einem EHV-Ausbruch in Le Mans, Frankreich.
